Holz mit Geschichte(n)

Als Emi­lia sich vor etwa zwei Jah­ren das ers­te Mal im Rah­men eines Schul­pro­jek­tes mit einer Unter­neh­mens­grün­dung beschäf­tigt hat, war der ent­ste­hen­de Geschäfts­plan rei­ne Fik­ti­on. Doch schnell wur­de aus die­ser Fik­ti­on eine hand­fes­te Idee.

Emi­lia Thu­ma, Schü­le­rin der 10. Klas­se der Gesamt­schu­le mit gym­na­sia­ler Ober­stu­fe Peters­ha­gen, hat das Unter­neh­men „Der Holz­specht“ gegrün­det, das heu­te auf Wochen­märk­ten und im Inter­net mit Erfolg sei­ne Pro­duk­te anbie­tet. Dabei setzt Emi­lia auf Nach­hal­tig­keit. Aus dem Holz regio­na­ler Bäu­me fer­tigt sie ein­zig­ar­ti­ge Deko­ra­ti­ons- und Schmuck­ele­men­te. Dabei setzt sie auf die Ein­zig­ar­tig­keit der Holz­struk­tur eines jeden Bau­mes, den sie ver­ar­bei­tet, und wählt das zu ver­wen­den­de Holz mit Bedacht für den Kun­den aus, den sie vor­her genau ken­nen­ge­lernt hat. Für ihre Arbeit ver­wen­det Emi­lia Kala­mi­täts­holz, d.h. Holz, das als Ergeb­nis von Sturm­schä­den, Tro­cken­heit oder Schäd­lings­be­fall für eine wei­te­re Nut­zung ver­füg­bar ist.

Mit ihrer Geschäfts­idee reis­te Emi­lia vor zwei Mona­ten in die Schweiz, um dort am Jugend­grün­der­wett­be­werb Youth­Start teil­zu­neh­men. Im Gepäck hat­te sie ein im Dun­keln leuch­ten­des Schnei­de­brett, das aus dem Holz eines auf dem Nach­bar­grund­stück ihres Wohn­hau­ses umge­stürz­ten Bau­mes ent­stan­den war. Den fluo­res­zie­ren­den Effekt hat­te Emi­lia ein­ge­ar­bei­tet, um an die ursprüng­li­che Nut­zung des Bau­mes als Trä­ger von Lich­ter­ket­ten bei Gar­ten­par­tys zu erin­nern. Die über­zeu­gen­de Dar­stel­lung ihrer Geschäfts­idee brach­te Emi­lia im Wett­be­werbs­be­reich „Real Mar­ket“ den 2. Platz auf euro­päi­scher Ebe­ne ein.

Mit dem Ver­kauf ihrer Pro­duk­te geht für Emi­lia ein Ver­spre­chen ein­her. Sie möch­te nicht nur Holz nut­zen, son­dern auch dabei hel­fen, Bäu­me zu pflan­zen. Des­halb steht nun seit Ende Sep­tem­ber ein Baum der Fir­ma „Der Holz­specht“ auf dem Gelän­de der Gesamt­schu­le mit gym­na­sia­ler Ober­stu­fe Peters­ha­gen. Die­sen hat Emi­lia mit Hil­fe der Schü­le­rin­nen und Schü­ler ihrer Klas­se gepflanzt. Alle hof­fen nun dar­auf, dass die­ser Baum im nächs­ten Jahr schon die ers­ten Früch­te tra­gen wird.

Doreén Rit­ter
Stell­ver­tre­ten­de Schulleiterin

 

Plötzlich Chef*in — Wenn Teenager ein Unternehmen gründen

Schüler*innen mit tra­di­tio­nel­len Schul­ta­gen und Lehr­kräf­te mit tra­di­tio­nel­len Unter­richts­fä­chern wie Mathe­ma­tik, Eng­lisch oder Bio­lo­gie schlüp­fen ein­mal im Jahr in die Rol­le von Start-up Teens und Start-up Coa­ches. Die Coa­ches inspi­rie­ren Schüler*innen der Gesamt­schu­le Peters­ha­gen im Rah­men des Grün­der­pro­gramms NFTE (Net­work for Tea­ching Entre­pre­neur­ship = Ein­füh­rung ins Unter­neh­mer­tum) sich mit krea­ti­ven Geschäfts­ideen aus­ein­an­der­zu­set­zen, die All­tags­pro­ble­me oder ‑bedürf­nis­se kri­tisch unter die Lupe zu neh­men und Lösun­gen her­bei­zu­füh­ren. Wei­ter­le­sen