Unsere Jugendweihe 2016: Ein Auszug…

…aus der Jugend­wei­he­re­de des Jah­res 2016 für die Klas­sen 8a — d der Gesamt­schu­le mit gym­na­sia­ler Ober­stu­fe Peters­ha­gen

Lie­be Jugend­li­che, sehr geehr­te Eltern und Groß­el­tern, sehr geehr­te Gäs­te,

vor knapp einem Jahr wur­de ich ein­ge­la­den, am heu­ti­gen fei­er­li­chen Tag der Jugend­wei­he für Sie und vor allem für Euch die Fest­re­de zu hal­ten. Die­ser Bit­te bin ich gern nach­ge­kom­men, auch weil ich die Jugend­wei­he für eine sehr gute Tra­di­ti­on hal­te, um sym­bo­lisch den Schritt vom Kind zum Erwach­se­nen fei­er­lich zu bege­hen. […]

Heu­te seid Ihr fast 15 […] aber egal wie alt Ihr seid, Eure Eltern machen sich die­sel­ben Sor­gen wie damals [,als ihr noch klein wart], denn, lie­be Jugend­li­che, Für­sor­ge muss man, wie alle Spit­zen­sport­ar­ten, LANGSAM abtrai­nie­ren. Nach jah­re­lan­gem Hoch­leis­tungs­sport im Bereich  Eltern­seins kann eine abrup­te Unter­bre­chung des Trai­nings zu gesund­heit­li­chen Pro­ble­men füh­ren. Daher soll­te das Trai­nings­pen­sum nur lang­sam redu­ziert wer­den. Als Faust­re­gel gilt, dass für Hoch­leis­tungs­sport­ler eine Trai­nings­zeit von 1,5 Stun­den täg­lich zugrun­de gelegt wird. Ver­gleicht das mal mit dem Eltern­sein: Eure Eltern haben in den letz­ten Jah­ren zwi­schen 20 und 24 Stun­den täg­lich an Euch trai­niert und müs­sen jetzt maß­voll und bewusst abtrai­nie­ren.

Typisch für Hoch­leis­tungs­sport­ler wie Eure Eltern ist auch, dass sie ver­mehrt Hor­mo­ne, wie bei­spiels­wei­se Adre­na­lin, aus­schüt­ten, und so, wie ich eini­ge von Euch ken­ne, ist das bestimmt dau­er­haft der Fall. Wird das Trai­ning unter­bro­chen, dann fehlt dem Kör­per die Aus­schüt­tung eben die­ses Hor­mons. Ent­zugs­er­schei­nun­gen kön­nen die Fol­ge sein. Helft Ihr Euren Eltern aber beim lang­sa­men Abtrai­nie­ren, haben sie kei­ne Ent­zugs­er­schei­nun­gen und alle ein ent­spann­tes Fami­li­en­le­ben. […]

Lie­be Jugend­weih­lin­ge, […] jede und jeder von Euch ist anders. Jede und jeder von Euch hat eige­ne Stär­ken und natür­lich auch eige­ne Schwä­chen, […] Ach­tet die­ses Anders­sein eines Jeden. […] das ist die Stär­ke, die in jedem von uns wohnt.

[…] Sie, lie­be Eltern, haben Ihren Töch­tern und Söh­nen bis hier­her, bis zum heu­ti­gen Tag, star­ke Wur­zeln gege­ben. Heu­te begin­nen Sie bit­te, Ihnen Flü­gel zu schen­ken, denn die Welt­an­schau­ung wächst beim Anschau­en der Welt.

Die Schul­fa­mi­lie der Gesamt­schu­le Peters­ha­gen gra­tu­liert allen Jugend­weih­lin­gen des Jah­res 2016!

Doreén Rit­ter
Fest­red­ne­rin